Geschichte des BdEG
Seff Heil:Die
Gründung und Entwicklung
des Bundes der Eghalanda Gmoin
(BdEG).
(1907 - 1950)
Eingeleitet
wurde die Gründung mit folgendem Aufruf der Gmoi Tetschen-Bodenbach im
Heft Nr.6 der Zeitschrift "Unser Egerland", 10. Jhg. 1906 auf Seite
233:"Seit
Jahren schon wurde der Wunsch laut, einen Zusammenschluß sämtlicher in
Österreich bestehender Egerländer Vereine herbeizuführen. Um nun
diesem
Wunsch endlich eine greifbare Form zugeben, wurde in der am 25. August
d.J. stattgehabten Gmoi(n)ratssitzung der Antrag gestellt, eine
diesbezügliche Aktion einzuleiten und falls sich die Geneigtheit der
einzelnen Egerländer Vereine hierzu ergeben sollte, diesen Wunsch in
die Tat umzusetzen. Dieser Antrag wurde einhellig zum Beschluß erhoben
und die Gefertigten mit der Durchführung beauftragt. Der Zweck dieser
Vereinigung wäre lediglich die Förderung der Liebe zur Heimat, die
Auffrischung und Erneuerung alter Bekanntschaften unter den
Mitgliedern
der einzelnen Vereine, die Pflege heimatlicher Sitten und Gebräuche
und
der Muttersprache, eventuell könnte auch in sozialer und
wirtschaftlicher Hinsicht etwas geleistet werden. Auf diesem
Wege
sei daher an alle Egerländer Vereine in Österreich, die von uns eine
Einladung hiezu deshalb nicht erhalten haben, weil uns der Bestand
derartiger Vereine unbekannt ist, das Ersuchen gerichtet, Ihre Ansicht
kundzugeben, damit in Bälde das Weitere veranlaßt werden
kann." Eghalanda Gmoi
z’Tetschen-Buadnbooch im September 1906 Norbert Teinzer, derzeit Vorsteher - Johann Lorenz,
derzeit Gmoi(n)schreiwa
Am
12. Mai 1907 erfolgte die erste Vorbesprechung bei der Gmoi Teplitz im
Gmoilokal "Weilburg" in der Lindenstraße. Anwesend waren die Gmoin
Aussig, Brüx, Leitmeritz, Teplitz, Eghalanda Landsleut Teplitz und
Tetschen. Schriftliche Zustimmung sandten der Eghalanda Landtag Prag,
die Gmoi Trautenau und nachträglich der Klub der Egerländer in Wien.
Die großen Vereine hielten sich noch etwas zurück, da sie sich alleine
stark genug fühlten und kein Bedürfnis hatten für einen
Zusammenschluß.
Vetter Teinzer aus Tetschen, die treibende Kraft dieses
Zusammenschlusses, erklärte die Wichtigkeit und die Notwendigkeit
eines
gemeinsamen Verbandes. Eine Satzung wurde beschlossen und eingereicht.
Als dann die lange erwartete amtliche Genehmigung erteilt war, wurde
dieKonstituierende Gründungsversammlung am 10.November 1907 in
Tetschen, in der Leitmeritzer Turnhalle durchgeführt. Die Einladung zu
dieser denkwürdigen Bundesversammlung wurde in der Zeitschrift "Unser
Egerland" 10. Jhg. 1907, Seite 111 veröffentlicht. Anwesend waren 40
Vertreter die nach der Verlesung einer Reihe von Begrüßungstelegrammen
zur Wahl schritten. Einstimmig wurde Norbert Teinzer, Tetschen, zum
Bundesobmann gewählt. Der Verband bekam zuerst einmal den Namen: "Bund
der Egerländer Vereine in Österreich". Als Mitgliedsbeitrag wurden 20
Heller im Jahr vereinbart. Die nachkommenden jährlichen
Bundeshauptversammlungen waren an folgenden
Orten: | 1908 | Eger | | 1909 | Tetschen | | 1910 | Komotau, Teintzer
legt krankheitshalber sein Amt nieder, Anton Kreißl wird
Nachfolger | | 1911 | Prag, Richard Siegl
wird Bundesschreiwa. Die 73-er Regimentskapelle spielt
auf. | | 1912 | Saaz, anwesend 11
Gmoin und der Prager Egerländer Landtag. Z.Zt. im Bund 700
Mitglieder | | 1913 | Tetschen | | 1914 | Eger
geplant. Siegl schaltet sich immer aktiver ein. Ausbruch des
Weltkrieges verhindert aber die Durchführung der
Bundeshauptversammlung. In Triest und in New York entstehen neue
Gmoin | | 1914 - 1918 | Stillstand
wegen Weltkrieg, Von Aktivitäten des Bundes ist nichts
bekannt. | | 1919 | Neue Gmoin in
Reichenberg und Witkowitz | | 1920 | Neue Gmoin in
Böhmisch-Leipa und Bronn | | 1920 August | Eger,
Bundesfest des Bundes der Deutschen. Die Egerländer Vereine treffen
sich in der Krämlingsbastei. Richard Siegl wird mit den Vorarbeiten
für
die nächste Bundeshauptversammlung in Bodenbach
betraut. | | 1920
September | Bodenbach.
Der neue Bund der Eghalanda Gmoin, Sitz Bodenbach wird aus der Taufe
gehoben. Neuer Bundesvüarstäiha wird Richard Siegl. Er prägt den
Wahlspruch: "Füar unna Hoimat ålls"! Siegl bleibt nun bis zu seinem
Tod
1942 Bundesvüarstäiha. Neues Bundesorgan wird das "Egerer Kreisblatt".
Bundesbeitrag 1 Krone/Monat. | | 1921 13.-15.8.
| Eger-Bundeshauptversammlung und Eghalanda
Heimatfest des Bundes der Egerländer Gmoin. 22
Gmoin, 2.200 Mitglieder. Machtvolle Kundgebung des gesamten
Egerlandes.
Gäste aus allen Gauen Deutsch-Böhmens, aus Österreich und dem
Deutschen
Reich. Der Festzug war die größte Veranstaltung außer den
Wallensteinfestspielen, die Eger zur Zeit je gesehen hatte. Ab 1922
Verbandszeitschrift "Eghalanda
Bundeszeiting". | | 1922 | Brüx,
Bundeshauptversammlung, nun jedes Jahr mit Egerländer Heimatfest (wie
Egerlandtag) | | 1923 - 1938 | 1923
Plan, 1924 Bodenbach, 1925 Karlsbad-Fischern, 1926 Klösterle,1927
Saaz,
1928 Schlaggenwald, 1929 Komotau, 1930 Eger, 1931 Falkenau, 1932
Warnsdorf, 1933 Teplitz, 1934 Königsberg, 1935 Bilin, 1936 Marienbad,
1937 Saaz, 1938 Altrohlau. Diese Heimatfeste von 1921 bis
1938
waren die Vorläufer unserer Egerlandtage. Festabende, Festzüge und
Kirchgänge gehörten dazu. Die Höhepunkte mit bedeutenden
Veranstaltungen waren in Falkenau(1931), mit der ersten Egerländer
Trachtenhochzeit und Marienbad (1936)mit einem Brauchtumsfestzug. In
Karlsbad (1925) wurde das erste Bundesbanner geweiht. Seit der
Einverleibung der deutschen Gebiete in die neu
gegründeteTschechoslowakei (1918) durften im Bund der Eghalanda Gmoln
nur noch Gmoin aus der CSR Mitglied sein. Alle österreichischen Gmoin,
die früher zum gleichen Staatsgebilde gehörten waren ausgeschlossen,
es
gab jedoch enge, ideelle Verbindungen. Diese Gmoin bezogen auch
weiterhin die "Eghalanda Bundeszeiting" und nahmen teil an vielen
Heimatfesten. | | 1924 | am
24. Feber wurde in Leipzig der "Reichsbund der Eghalanda Gmoin"
gegründet. Gekommen waren die Gmoin Berlin, Chemnitz, Leipzig,
Nürnberg, Arzberg und Passau. München mußte im letzten Augenblick
absagen. Vüarstäiha des Reichsbundes wurde Josef Ruppert aus Leipzig.
Jahresbeitrag fünfzig Pfennig. Es wurde geplant eine weitere Gmoi in
Plauen zu gründen. Später kamen noch die Gmoin Waldsassen, Dresden,
Mittweida und eine zweite Gmoi Leipzig dazu. Ob die in
Österreich
verbliebenen Gmoin einen Dachverband hatten ist unbekannt. Bekannt
sind
die Gmoin Wien, Linz, Wels, Graz und Salzburg (1927). In
Übersee
gab es in diesen Jahren soweit bekannt, folgende Gmoin: Chicago (USA),
Buenos Aires (Argentinien) und Porto Allegre
(Brasilien). | | 1921 - 1923 | entstanden
in Eger fünf neue Cmoin, die später die Basisbildeten für einen
zweiten
Bund, den Heimatbund der Eghalanda Gmoin", Sitz Eger. Man wollte hier
zu den alten Gmoin in der Fremde die Gmoin in der "Heimat" stärker in
den Vordergrund bringen. Vielleicht war es auch der Sitz in Bodenbach
beim Bund der Eghalanda Gmoin, der störte. Auf alle Fälle wäre
Einigkeit in dieser schweren Zeit des Volkstumskampfes besser
gewesen. | | 1938 | Altrohlau.
Endlich erfolgte die Vereinigung der beiden Bünde zum Bund der
Eghalanda Gmoin. Bestand: 68 Gmoin BdEG Bodenbach, Heimatbund Eger 15
Gmoin, Ausland 23 Gmoin. | | 1938 | erscheint ein
"Kalender für das Egerland". | | 1938 1. Oktober | Ein
Stillhaltekommisar untersagt nach dem Anschluß des Sudetenlandes an
das
Deutsche Reich die Tätigkeit aller Vereine, die ab sofort dem
Gauverband Sudetenland angegliedert wurden. Alle geplanten
Hauptversammlungen mußten bei der örtlichen Parteileitung angemeldet
werden. Das in Graslitz geplante nächste Heimatfest mußte abgesagt
werden. | | 1941 16. Juni | Eine neue
Bundessatzung mußte erstellt werden. | | 1942 8.
Juli | Bundesvüarstäiha Richard Siegl verstorben.
Sein Nachfolger wird Ernst Bartl, Eger. | | 1945 -1946
| Flucht
und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der angestammten Heimat.
Die 2. Tschechoslowakische Republik wird
ausgerufen. | | 1950 27.
August | Wiedergründung
des Bundes der Eghalanda Gmoin in Schwäbisch-Hall beim 2. Egerländer
Landestreffen in Württemberg. Einstimmig zum Bundesvüarstäiha gewählt:
Ernst Bartl, Geislingen/Steige, der letzte Bundesvüarstäiha des alten
Bundes. | Nähers über
die folgende Zeit im Beitrag "Das Wiederentstehender Egerländer Gmoin
nach 1945".
Aufstellung der
Bundesvüarstäiha
von 1907 bis
heute
| 1907 - 1910 | Norbert
Teinzer, Eger / Tetschen, Gründer des Bundes der Egerländer Gmoin
(BdEG) | | 1910 - 1920 | Anton Kreißl,
Podersam / Tetschen, von 1914-1920 keine
Bundestätigkeit | | 1920 - 1942 | Richard
Siegl, Sangerberg / Eger, 1921-1942 Schriftleiter der Egerländer
Bundeszeiting | | 1942 - 1945 | Ernst Bartl,
Preßnitz / Eger | | 1945 - 1950 | Stillstand
der Bundestätigkeit wegen Vertreibung | | 1950 - 1972 |
Ernst Bartl, Eger / Geislingen/Steige /
Marktredwitz | | 1972 - 1980 | Hans Ströher
Marienbad / Göppingen / Marktredwitz (von 1970-1972
Geschäftsführender
Bundesvüarstäiha) | | 1980 - 1989 | Dr.Walter
Preißler, Staatssekretär a.D., Buckwa / Wiesbaden/
Garmisch-Partenkirchen | | 1989 - 2000 | Seff Heil,
Altsattl / Sulzbach-Rosenberg /
Kümmersbruck | 2000 - 2006
| Günther
Müller, Chiesch /
Iserlohn | seit 2007
| Dr. Ralf Heimrath, Welden / Pielmühle
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